Aus der Vereinsgeschichte der
St. Hubertus Schützenbruderschaft Uedemerbruch

Gründungsdatum der Bruderschaft ist der 29.06.1925. Vom Zeitpunkt der Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg sind keine Protokollunterlagen mehr vorhanden, doch ist es dem Lehrer Franz Herpers zu verdanken, dass heute noch Unterlagen aus den ersten drei Jahren existieren, da er in der noch erhaltenen Schulchronik ausführlich über den neuen Verein berichtet hat.

Zunächst war der neue Verein rein weltlicher Natur. Zum Vorsitzenden wählte man den über 80jährigen Herrn Heinrich Wellmanns (Brükershof), der auch der rein kirchlichen St. Laurentius-Bruderschaft vorstand.

Bei der Gründung wählte man sofort einen König und konnte so kurze Zeit später anlässlich der Kirmes schon das erste Schützenfest feiern.

Am 16. Mai 1926 fand die Fahnenweihe der Tragefahne des Bürgerschützenvereins Uedemerbruch statt. Die Fahne war vom Vereinswirt Peter Zillig sen. gestiftet und in einer Kevelaerer Kunstwerkstätte gefertigt worden. Sie zeigte auf der Vorderseite Tell mit dem Knaben nach einem Entwurf in Anlehnung an das am Vierwaldstädter See errichtete Denkmal und die Inschrift „Bürgerschützenverein Uedemerbruch 1925“. Die Rückseite trug den Spruch „Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen“ (aus Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“).

Am zweiten Tag des Fahnenweihefestes wurde zum ersten Mal der König geschossen. Das Schießen fand auf der Festwiese von Herrn Peter Zillig statt, den etwa 50  Pfund schweren Vogel, Waffen und Munition stellte die Xantener Firma Schmithuisen.

Im September 1921 beschloss die Gemeinde Uedemerbruch, die hiesige Kirmes nicht mehr wie bisher mit der in Uedem Ende Oktober stattfinden zu lassen, sondern alljährlich am Sonntag nach dem 6. Juli zu feiern.

Einem allgemeinen Wunsche folgend, wurde im März 1928 der Beschluss gefasst, der Schützenverein solle ein kirchliches Gepräge erhalten. Weiterhin wurde die Anschaffung einer zweiten (Schwenk-)Fahne beschlossen, die die kirchliche Weihe erhalten sollte, um es dem Verein zu ermöglichen, an allen kirchlichen Festen teilzunehmen. 

Am 3. Juni 1928 fand die kirchliche Weihe der für den Verein (St. Hubertus-Bürgerschützen-Verein) von der Fahnenfabrik Peters in Kevelaer beschafften neuen Fahne statt. Diese war aus Seide gefertigt und zeigte auf beiden Seiten das Bild des heiligen Hubertus mit Hirsch.

Nach dem Hochamt nahm Herr Rektor Togeretz die Fahnenweihe vor. In seiner Festpredigt stellte er die Fahne als Symbol der Einigkeit, der Treue, des Glaubens und der Reinheit dar. Anschließend wurde die neue Schwenkfahne in einem Festzug durch den Ort getragen und nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden Peter Toonen zum Vereinslokal Zillig gebracht. Mit diesem Festakt war der offizielle Anschluss an die Kirche vollzogen.

1928 gab es eine neue Bestimmung bezüglich der Mitgliedschaft: Die Zugehörigkeit zum Schützenverein schloss eine solche zum Kriegerverein aus und umgekehrt – obwohl es möglich war, gleichzeitig Ehrenmitglied in einem der beiden Vereine zu sein. Die Spannungen zwischen beiden Vereinen haben bis zum Ausbruch des Krieges angehalten.

Wahrscheinlich hat sich der St. Hubertus-Bürgerschützenverein auch der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus (heute „Bund der historischen Deutschen Schützenbruderschaften“) angeschlossen, was durch eine Schießurkunde aus dem Jahre 1935 ersichtlich ist.

Wegen der Ablehnung des Wehrschießens und wegen der katholischen Einstellung wurde die Erzbruderschaft am 7. März 1936 von der Geheimen Staatspolizei aufgelöst und ihr Eigentum beschlagnahmt.

Sehr wahrscheinlich gelangte der Schützenverein durch die „Gleichschaltung“ indirekt über den Deutschen Schützenbund in den Reichsverband für Leibesübungen.

Der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945) unterbrach auch das Vereinsleben des Schützenvereins und seiner Mitglieder. Im Verlauf der Kriegshandlungen in Uedemerbruch (Anfang 1945) sind auch die beiden Schützenfahnen von 1926 und 1928 verloren gegangen. Vielleicht schmücken sie heute irgendwo das Stammlokal eines kanadischen Veteranen.


Als der Krieg vorbei war und sich das Leben einigermaßen normalisierte, trafen sich am 24. September 1947 einige beherzte Männer im Lokal Haal, um den Bürgerschützenverein wieder aufleben zu lassen. Zum kommissarischen Vorsitzenden wurde Theodor Wellmanns bestimmt, die Vorstandswahlen auf die Tagesordnung der nächsten ordentlichen Versammlung gesetzt, die am 11. April 1948 stattfand. Der erste Nachkriegsvorstand unter dem Vorsitz von Theodor Wellmanns wurde gewählt, Präses des Vereins wurde Pastor Bleß, auf dessen Vorschlag hin die Umbenennung in St. Hubertus-Schützenbruderschaft beschlossen wurde.

Das erste Königsschießen wurde mit der Armbrust durchgeführt, erster Nachkriegskönig wurde dabei Hans Scholten, der Erna Giesbers zu seiner Königin erwählte.

Die erste neue Fahne erhielt die Schützenbruderschaft durch das Vorstandsmitglied Alois Bösken, der es verstand, St. Hubertus, unseren Schutzpatron, auf einfaches Leinen zu malen.

Nun sollte auch das Tambourcorps wieder aufleben. Schützenbruder Bernhard Jansen verfügte über Vorkenntnisse und war bereit, das Amt des Dirigenten und Leiters zu übernehmen.

Am 8. Dezember 1949 fand das erste Preisschießen statt, zu dem von einigen Mitgliedern Gewehre zur Verfügung gestellt wurden. Am 1. Februar 1950 fand ein bereits im Vorjahr geplantes Familienfest statt, zu dem ein Kalb geschlachtet und vom Festwirt zu Gulasch verarbeitet wurde. Dieses Fest wurde in erster Linie für die älteren Mitglieder mit ihren Frauen veranstaltet.

Das für 1950 geplante Königsschießen mit Karabiner scheiterte an einer Verfügung der damaligen Besatzungsmächte, so dass es auch in diesem Jahr als Wilhelm Tell weiterging.

Am Allerheiligentag 1951 wurde in der Kirche das Fenster zum Gedenken an die Kriegsopfer eingeweiht, wozu die Bruderschaft in Uniform antrat. Nach der Feier erfolgte eine Kranzniederlegung am Ehrenmal.

1952 konnten wir den König erstmals wieder mit einem KK-Gewehr ausschießen. Durch eine Sammlung bei den Mitgliedern konnte anlässlich des Schützenfestes eine neue Schwenkfahne präsentiert werden. Auf Anregung der Exkönige wurde auch eine neue Königskette beschafft.

Auf Beschluss der Versammlung bezahlte die Bruderschaft im Jahre 1953 eine Kreuzwegstation.

Seit 1954 lässt die Bruderschaft für jedes verstorbene Mitglied eine Messe lesen und stiftet einen Kranz zur Beerdigung.

Auf dem Winterfest 1956 wurde erstmals eine Wildverlosung veranstaltet, die seitdem zur Tradition geworden ist.

Im Jahr 1960 trat die Bruderschaft dem Kreisbund und dem Zentralverband der Historischen Deutschen Bruderschaften als Mitglied bei.

Im Jahre 1961 scheiterte leider durch unüberwindliche Schwierigkeiten der Bau eines eigenen Schießstandes für KK-Gewehre.

Nach mehrmaligem vergeblichen Anlauf gelang 1966 die Verlegung des Kirmes-Frühschoppens auf den Montag.

Leider erfolgte 1967 die Auflösung des 1948 wieder ins Leben gerufenen Tambourcorps.

1968 wurde bei der Kirmes erstmalig besonders an die Kinder gedacht, sie erhielten  aus der Schützenkasse Kirmesgeld, eine Tradition, dich sich bis heute in den Freifahrten auf dem Kinderkarussell erhalten hat. Im gleichen Jahr gab sich die Bruderschaft eine neue Satzung, die Rechte und Pflichten der Mitglieder regelte.

Zum Schützenfest 1969 konnte die neue Tragefahne geweiht werden, deren Anschaffung durch zahlreiche Spenden aus den Reihen der Schützenbrüder möglich wurde.

Rechtzeitig zum Kreiskönigsschießen 1971 wurde ein neuer Vogelschießstand mit Gewehrhalterung in Eigenleistung erstellt.

 

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Die Geschichte der Bruderschaft nach dem Jubiläum 1975

1975

Auf Beschluss der Hauptversammlung wird bei der Beisetzung auswärtiger passiver Mitglieder die Fahne der Bruderschaft nicht mehr mitgeführt.
Im Hinblick auf die Jubiläumsveranstaltung wird angeregt, jeder Schützenbruder solle sich einen Schützenhut anschaffen, um beim Festumzug ein einheitliches Bild zu bieten. Auch über Geld muss gesprochen werden, und man setzt den Eintrittspreis für die beiden Kirmestage für die Damen und die passiven Mitglieder auf DM 5,- fest. Die Ex-Könige beteiligen sich mit je DM 30,- an der Erstellung der Festschrift für die Aufnahme der Bilder.
Das Kaiserschießen am 25. Mai sieht Jakob Hellmann als Sieger und damit als Kaiser im Jubiläumsjahr.
Anlässlich der Kirmes findet ein Schießen für die Könige der erschienenen Bruderschaften statt, bei dem Theo Lexgraf aus Brienen Wardhausen den erfolgreichen Schuss abgibt.


1976

Karl Lyon, seit 1948 Mitglied des Vorstandes, stellt sein Amt zur Verfügung und wird zum Ehrenmajor ernannt.
Das Königsgeld wird von DM 300,- auf 400,- erhöht.
In Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Präses wird die Satzung der Bruderschaft überarbeitet.


1977

Offensichtlich ist die Anregung von 1975 ohne Erfolg geblieben, denn erneut erfolgt in der Jahreshauptversammlung der Vorschlag, beim Festumzug einen einheitlichen Schützenhut zu tragen.
Da die Königskette inzwischen sehr umfangreich und schwer geworden ist, erklärt sich der amtierende König Josef III. (Roeloffs) bereit, die Grundplatte für eine neue Kette zu stiften und seine Königin Anneliese I. (van Gemmeren) dazu zu bewegen, einen Schrank für das alte Königssilber in Auftrag zu geben.
Die Schießgruppe mietet den Fahrradkeller der alten Schule an und findet damit für ihre Aktivitäten einen geeigneten Platz.
Erstmals trägt beim Schützenfest die scheidende Königin eine silberne Krone.
Zwei Schützenbrüder sorgen für eine vorübergehende „Aufstockung des Fahnenbestandes“:
Gerhard Langenberg als Kreisbundesprinz und Josef Swenne als Kreiskönig holen die Kreisstandarten für ein Jahr nach Uedemerbruch.


1978

Der Vorschlag, den König durch den Schuss auf den Rumpf des Preisvogels zu ermitteln, findet keine Mehrheit, es bleibt beim Königsschuss auf die Platte.
Bis zur Kirmes ist die neue Königskette fertiggestellt. Im Verlauf des Gottesdienstes wird die von Josef Roeloffs gestiftete Grundplatte gesegnet. Seitdem hat jeder König die Möglichkeit, die in Form und Größe vorgegebene Königsplakette nach seinen Vorstellungen gestalten zu lassen. Das alte Königssilber findet seinen Platz in dem von Anneliese van Gemmeren gestifteten Wandschrank.


1979

Nach 30jähriger Zugehörigkeit zum Vorstand tritt Jakob Hellmann vom Amt des Schießmeisters zurück.
Auf Beschluss der Hauptversammlung erfolgen zwei Terminfestsetzungen, die heute noch gültig sind: Das Erbsensuppenessen findet am Tag vor Buß- und Bettag statt, das Winterfest am Samstag zwischen Weihnachten und Neujahr.
Eine neue Variante in der Frage der angemessenen Bekleidung beim Festumzug: Schwarzer Anzug.
Heinzgerd Jansen holt die Kreisjungschützenstandarte nach Uedemerbruch.
Zum ersten Mal beteiligt sich die Bruderschaft an der Ausgestaltung des Pfarrfestes. Unter der Obhut der Schießmeister Heinz Ostendorp und Erich Janhsen wird ein Schießstand aufgebaut.


1980

Es ist ein Jahr mit zahlreichen formalen und organisatorischen Veränderungen:
Nach 30 Jahren im Lokal Jansen – Hinckers wird die Jahreshauptversammlung ab 1981 zu Haal verlegt. Das Erbsensuppenessen soll im dreijährigen Turnus bei Haal stattfinden.
Der Jahresbeitrag wird auf DM 20,-, für passive Mitglieder auf DM 10,- festgesetzt, nach 50jähriger Mitgliedschaft sind die Mitglieder beitragsfrei.
Auswärtige Mitglieder haben keinen Anspruch, am Königsschießen teilzunehmen.
Die „Kleiderordnung“ wird zum Dauerbrenner: Der im Vorjahr vorgebrachte Vorschlag des schwarzen Anzuges wird erneuert und für die Jugendlichen in weißes Hemd mit schwarzer Hose abgewandelt.
Die Vorarbeiten für die Eintragung ins Vereinsregister werden aufgenommen.
Der Schießstand in der heutigen Form wird auf die Weide hinter der ehemaligen Schule verlegt. Der Aufbau wird dadurch möglich, dass Heinz Hebben den Standort für den Gittermast und Franz Bienemann den Standort für die Gewehrhalterung auf ihren Grundstücken zur Verfügung stellen. Mit der Abnahme des Standes durch die Ordnungsbehörde findet der Königsschuss auf die „Platte“ sein Ende, der Königsvogel in seiner heutigen Form ist geboren.


1981

Die im Vorjahr begonnenen Formalitäten setzen sich fort:
Der Vorsitzende heißt ab jetzt Brudermeister, der stellvertretende Vorsitzende stellvertretender Brudermeister, der Kassierer wird zum Geschäftsführer, aus den Schießwarten werden Schießmeister.
Der Kirmesmontag wird durch einen tragischen Zwischenfall überschattet: Willi Hornen, der in Uniform im Vereinslokal erschienen ist, erleidet dort einen Herzanfall und muss mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden. Aus verständlichen Gründen sehen sich sein Schwiegersohn und seine Tochter, Hans Tenelsen und Frau, außerstande, ihr Amt als Ministerpaar wahrzunehmen. Spontan stellen sich Ex-König Hans Driessen und seine Frau als Ersatzpaar zur Verfügung.
Am 2. Juli wird die Bruderschaft unter Nr. 566 ins Vereinsregister eingetragen.
Zum ersten Mal findet das Erbsensuppenessen im Lokal Haal statt.


1982

Willi Hornen wird zum Ehrenbrudermeister ernannt.
In Zukunft entfällt die schriftliche Tischreservierung beim Winterfest. Es bleibt jedoch bei der Reservierung des Vorstands- und des Königstisches.
Nach sieben Jahren scheint die leidige Diskussion um die Kleiderordnung beim Festumzug „vom Tisch“ zu sein. Im Bericht über das Schützenfest wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die einheitliche Kleidung in weißem Hemd und schwarzer Hose ein gutes Bild abgegeben hat. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


1983

Wie immer feiern die „Brucher“ ein schönes Schützenfest.
Ansonsten verläuft das Jahr ohne nennenswerte Ereignisse innerhalb der Bruderschaft.


1984

Der Schießstand wird an den heutigen Standort versetzt.
Für das Erbsensuppenessen wird der „Uniformzwang“ aufgehoben.


1985

Nach fünf Jahren ergibt sich die Notwendigkeit einer Beitragserhöhung: Mitglieder zahlen DM 25,-, passive Mitglieder DM 15,-.
Zum erstenmal schmücken beim Königsschießen vier grün-weiße Fahnen den Kugelfang.
In weitgehender Eigenleistung erstellt die Bruderschaft den Schießkeller unter der ehemaligen Schule.


1986

Zum 350. Mal findet die traditionelle Wallfahrt nach Marienbaum statt, an der zur großen Freude der Uedemerbrucher Bevölkerung Bischof Reinhard Lettmann zu Fuß teilnimmt.
Erstmals schwenken beim Schützenfest drei Fahnenschwenker.


1987

Am 9. Mai wird der neue Gemeinderaum der Öffentlichkeit übergeben und geht in die verantwortliche Trägerschaft der Bruderschaft über.
Da der Mitbegründer unserer Bruderschaft und langjähriger Vereinswirt Theodor Haal verstorben ist, bittet seine Frau, die Zusammenkunft nach dem Königsschießen nicht im Vereinslokal stattfinden zu lassen. Die Bruderschaft weicht in den Gemeinderaum aus.


1988

Die Bruderschaft beschafft eine neue Schwenkfahne.
Das bisherige Vereinslokal Haal ist geschlossen, deshalb wird das alte Schützensilber in den Gemeinderaum überführt, wo es bis heute seinen Platz behalten hat. Aus der alten leichten Kette entsteht die heutige Jugendkette. Die Pokale finden ihren Platz im Schießkeller.


1989

Die Jahrhauptversammlung findet erstmals im Saale Praest statt, das Vereinslokal wird zu Pahl verlegt.
Willi Wellmann und Matthias Theunissen erhalten einen Erinnerungsteller für den Bau ihres 25. Preisvogels.


1990

Nach dem Königsschießen trifft sich die Bruderschaft ab jetzt im Vereinslokal.
Die Bruderschaft nimmt mit einer Abordnung an der Priesterweihe von Gerhard Terhoeven am 9. Juni und an seinem ersten Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde teil.


1991

Es wird festgelegt, dass vom Abend des Königsschießens die Kette zum neuen König gehört, der dann auch die Verantwortung dafür hat.
Hans Keusen holt die Kreisstandarte nach Uedemerbruch.


1992

Mit Hinweis auf eine Empfehlung aus Münster lehnt Pfarrer Sendker die Übernahme des Amtes des Präses der Bruderschaft ab. Dankenswerterweise übernimmt Bezirkspräses Victor Roeloffs die geistliche Betreuung der Bruderschaft für die nächsten zwei Jahre.
Auf Antrag der Bruderschaft entsteht der Kinderspielplatz am „Löwenzahnstadion“.
Das Bezirkskönigsschießen auf Scheibe findet im Schießkeller in Uedemerbruch statt.
Die Bruderschaft feiert ihr bisher größtes Ereignis auf Bundesebene: Franz Bienemann wird Bundesprinz und erwählt Sabine Dilchert zu seiner Prinzessin.


1993

Irgendwann zwischen 1976 und 1992 muss es offensichtlich eine Erhöhung des Königsgeldes gegeben haben, denn die Hauptversammlung beschließt eine Anhebung von DM 600,- auf DM 700,-.
Die Wirte Ingenbleek und Praest einigen sich darauf, das Festzelt in jährlichem Wechsel zu übernehmen.


1994

Nach 39 Jahren als Schriftführer kandidiert Felix Schorn nicht mehr für dieses Amt. Spontan ernennt in die Generalversammlung zum Ehrenmajor.
Wie die anderen Uedemerbrucher Vereine beteiligt sich auch die Bruderschaft am Umzug anlässlich der 675-Jahr-Feier in Uedem.


1995

Die hl. Messe am Kirmesmontag wird von 15 Uhr auf 16.30 Uhr verlegt.
Erneut wird das Königsgeld erhöht, diesmal auf DM 800,- .
Endlich ist die „präseslose, die schreckliche Zeit“ vorbei. Pfarrer Heinrich Geurtz kommt als „vicarius cooperator“ – von ihm selbst gerne als „Betriebshelfer“ übersetzt – nach Uedemerbruch und kümmert sich seither in aufopferungsvoller Weise um „seine“ Schützen.


1996

Obwohl der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, wird das traditionelle Erbsensuppenessen auf dem Vorabend belassen.
In geheimer Abstimmung spricht sich die Mehrheit der Bruderschaft dafür aus, das Winterfest ab 1997 von der Villa Reichswald ins Lokal Praest zu verlegen.
Hermann van Beek wird als neuer Festwirt Nachfolger von Herbert Praest und betreut das Festzelt in jährlichem Wechsel mit Willi Ingenbleek.


1997

In diesem Jahr feiert die Rektoratsgemeinde Hl. Familie Uedemerbruch ihr 100jähriges Bestehen.
Beim diesjährigen Königsschießen erlebt Uedemerbruch ein absolutes Novum. 1996 als „Neubürger“ noch kein Jahr Mitglied der Bruderschaft und somit beim Königsschuss nicht „startberechtigt“, gelingt es Jürgen Prüsse bei der ersten sich ihm bietenden Gelegenheit, den Königsvogel abzuschießen. Als Jürgen I. erwählt er seine Frau als Irmgard I. zur Königin.
Als Ehrengast begrüßt die Bruderschaft beim Königsgalaball den Bundeskönig Karl-Heinz Quinders aus Veert, der einer Einladung des amtierenden Königs, der die beiden Söhne des Bundeskönigs in Geldern an der Schule unterrichtet, folgt.
König Jürgen I. (Prüsse) stiftet einen Wanderpokal, der alljährlich im Rahmen des Preisschießens unter den ehemaligen Königen und dem amtierenden  König ausgeschossen werden soll. Nach Maßgabe des Stifters soll dieser Pokal nach dreimaligem Gewinn in Folge oder nach fünfmaligem Gewinn mit Unterbrechungen in den endgültigen Besitz des Gewinners übergehen, der dann einen neuen Pokal stiftet. Bisher gewannen diesen Pokal Herbert Ostendorp (1997 und 1998) und Mario Wehren (1999).
Zum ersten Mal findet das Winterfest, wie 1996 beschlossen, im Lokal Praest statt.


1998

Der Präses der Bruderschaft, Pfarrer Heinrich Geurtz, begeht sein 40jähriges Priesterjubiläum.
Der Musikverein „Heimatklänge Uedemerbruch“ feiert sein 70jähriges Bestehen.


1999

Wohl durch das Beispiel aus dem Jahre 1997 angeregt, traut sich in diesem Jahr wiederum ein „Neubürger“, in den edlen Wettstreit um die Königswürde einzutreten. Herbert Ginters gelingt der erfolgreiche Schuss und er übernimmt als Herbert II. mit seiner Ehefrau Maria XIII. für ein Jahr die Regentschaft.
Neben vielem anderen auch dies ein Beispiel dafür, wie schnell sich neue Mitglieder unserer Dorfgemeinschaft hier heimisch fühlen und bereit sind, Aufgaben und Verantwortung für die Allgemeinheit zu übernehmen.
Nach einigen weniger erfolgreichen Jahren auf überörtlicher Ebene gelangt die Bezirksstandarte durch Herbert II. wieder einmal nach Uedemerbruch.
Für die Damen, die traditionell am Preisschießen teilnehmen dürfen, stiftet der amtierende König einen Wanderpokal. Erste Gewinnerin ist Elke Spierings.


2000

Das Kaiserschießen anlässlich des 75jährigen Bestehens der Bruderschaft findet in Herbert Ginters seinen Meister.
Beim Königsschießen erringt Theo Goertz zum 2. Mal die Königswürde und wählt seine Frau Gisela wie auch vor 25 Jahren zu seiner Königin.
Am Kirmessonntag fand die Jubiläumsveranstaltung nach kurzfristig verlegter Messfeier doch noch mit großem Umzug der geladenen Schützen- und Musikvereine statt.
Kirmesmontag fand die Bildstockübergabe der Schützen an die Kirchengemeinde Heilige Familie statt. Durch die Errichtung des Bildstock wurde die "heilige Familie" symbolisch wieder in den Mittelpunkt der Kirchengemeinde gerückt.
Der letzte Mitbegründer der Bruderschaft Josef Haal wird in diesem Jahr unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.


2001

Petrus stoppt mit einer großen Löschübung den Schützenumzug von Königspaar Theo und Helga Bless an der Kirche. Der vom Musikverein „Heimatklänge“ weggeblasene Regen erlaubte einen sonnigen Umzug durchs Dorf mit geschmücktem Löschfahrzeug.

 

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Der heilige Hubertus

Patron unserer Schützenbruderschaft

Die Lebensgeschichte unseres Schutzpatrons liegt schon rund 1300 Jahre zurück. Geboren wurde er 655 als ältester Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Er wirkte als Glaubensbote in Südbrabant und in den Ardennen (Südostbelgien). Man nannte ihn deshalb den „Apostel der Ardennen“. Um 705 wurde er Bischof von Maastricht, später verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich. Hubertus wurde 72 Jahre alt. Er starb 727 in der Nähe von Brüssel. Die Kirche feiert sein Fest am 3. November.

Die Lebensbeschreibung des hl. Hubertus, wie sie uns überliefert wurde, ist mit Legenden durchsetzt. Die bekannteste erzählt, dass er eines Tages in den tiefen Wäldern der Ardennen seiner Lieblingsbeschäftigung, der Jagd, nachging. Da spürte er einen kapitalen Hirsch auf. Zur Verwunderung des leidenschaftlichen Jägers blieb der Hirsch ruhig vor ihm stehen. Schon hatte Hubertus den Bogen gespannt, um in zu erlegen, da erblickte er zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz. Betroffen sank er in die Knie. Jetzt vernahm er eine Stimme, die ihn mahnte, über den Dingen der Welt das ewige Leben nicht zu vergessen. Er verließ seinen herzoglichen Hof, verzichtete auf seine Ämter, verschenkte sein Vermögen an die Armen und zog sich in die Einsamkeit der Ardennen zurück, wo er einige Zeit als Einsiedler lebte. Dann begab er sich zu Bischof Lambert von Maastricht, der den Verwandelten belehrte und zum Priester weihte. Im Jahre 708 wurde Bischof Lambert ermordet, und sein Bistum war verwaist. Papst Sergius erhielt in einem Gesicht die Weisung, den Pilger Hubertus zum Nachfolger des Ermordeten zu weihen. Als Hubertus sich heftig wehrte, die Würde anzunehmen, erschien ein Engel vom Himmel, der ihm die bischöfliche Stola umlegte, worauf Hubertus, den Willen Gottes erkennend, sich alsbald fügte. Der Geweihte zog nach Maastricht zurück, um sein ihm von Gott auferlegtes Amt zu übernehmen.

Dargestellt wird der heilige Hubertus in Jägerkleidung oder bischöflichen Gewändern mit Hirsch, zwischen dessen Geweih ein Kreuz leuchtet, zuweilen auch mit einem Engel, der ihm die Stola reicht. Seit dem 11. Jahrhundert ist er der Patron der Jäger, Forstleute und Schützengilden.

Es ist nicht viel, was wir aus dem Leben des hl. Hubertus wissen. Vielleicht sagt uns sein Name noch etwas mehr. „Hubert“ oder „Hubertus“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „der durch Klugheit Glänzende“ oder auch „der Denk-Tüchtige“. Wer den Hubertus-Namen trägt, sollte also durch Klugheit glänzen (und nicht nur durch Treffsicherheit am Schießstand – so wichtig dies für einen ehrgeizigen Schützen auch sein mag). Wer Hubertus heißt, sollte denktüchtig sein. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Viele Zeitgenossen „lassen“ denken. Die großen Vor-Denker in Presse, Funk und Fernsehen besorgen das gründlich. Manche Leute übernehmen deren Meinung unkritisch. Die Hubertus-Schützenbrüder sollten nicht nachplappern, was alle Welt ohnehin schon sagt. Das sind sie ihrem großen Patron schuldig. Wenn sie aber ihr Vereinsleben nach diesem Prinzip gestalten, ist die St. Hubertus Schützenbruderschaft Uedemerbruch heute noch viel wertvoller als bei ihrer Gründung vor 75 Jahren. (hg)

 

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Verstorbene Schützenbrüder seit 1975
1975

Hermann Giesbers
 

1976

Willi Jansen (Wemmer)
Gerhard Spellmanns
 

1977

Wilhelm Bienemann
Heinrich Schlusen
Josef Horlemann
 

1978

Heiner Hinkers
Rudolf Bless
Josef van Haag
Theodor Kreuz
 

1979

Theodor Janßen
Willi Swenne
Anton Spronk
 

1980 Peter Falk
 
1981 Frau Katharina Poen
(passives Mitglied nach dem Tod ihres Mannes)
 
1982 Herbert Neumann
Johann Klother
Gerhard Rösen
Paul van der Stay
 
1983 Klaus Löcken
 
1984 Josef Roeloffs
 
1985 Bernhard van Bernum
Josef Kröll
 
1986

Wilhelm Kanders
Peter Mott
Johann Int-Veen
Karl Krebber
 

1987

Theodor Haal
Johann Drissen
Willi Hornen
Heinrich Hinckers
Theodor Int-Veen
 

1988

Peter Zillig
Anton Rohr
Heinrich Rinders
 

1989

Peter Kerkmann
Franz Daniels
Franz Hönnekens
 

1990

Johann Verhaelen
Gerhard Kanders
Josef Swenne
Franz Bienemann
 

1991

Ernst Hutter
Alois van de Sand
 

1992

Johannes Terhoeven
Leo Janßen
 

1993

Alois Janßen
Johann Hoogen
 

1995

Hans Jürgen Weber
Johann Giebels
Johann Sanders
Karl Lyon
Hermann Haal
 

1997

Fritz Scholten
Heinrich Paeßens sen.
Theo Tenagels
Heinrich Bruckwilder
 

1998

Günter Hülsmann
Oskar Heyer
Rolf Zeuner
Alois Höfkens
Karl Mölders
 

1999

Josef Bienstock
Willi Kerkmann
Friedhelm Kübel
Ernst Beeker
Joachim Gärtner
 

2000

Jakob Hellmann
Josef Haal
 

2001

Theo Görtz
Johann Paesch
Johannes Croonenbroek
 

2002 Prüsse Jürgen
 
2003 Spronk Andreas
Orgassa Hans
Franz Janßen
Heinz-Josef Höfkens
Heinrich Arntz
Werner Daniels
Heinrich Haal
Volker Wenzel
 
2004 August Rotering
 
2005 Fritz Bröcheler
Wilhelm Tellberg
Johannes Troost
Johannes Drissen
Johannes Spronck
Rolf Lang
Johann Eliab
Heinrich Schoemakers
Jakob Janßen
 
2006 Hans Keusen
Helmut Jäger
Heinrich Wellmanns
 
2007 Hans Scholten
Heinrich Mai
Willi Goertz
 
2008 Gerd Martens
Werner Reuter
Peter Kerkmann
Siegfried Hans
 
2009 - -
 
2010 Gerd Pahl
Matthias Schoofs
Willi Wellmann
 
2011 Herbert Ostendorp
Herbert Praest
Manfred Kleinkemm
 
2012 Henry Moons
Leo van Gemmeren
Robert Starke
Heinrich Kerkmann
 
2013 Hans Tenelsen
Gerhard Langenberg
Manfred Kehl
 
2014 Ehrenpräses Pfarrer Heinrich Geurtz
Johannes Kerkmann
Hermann Bienemann
Heinz Lommen
Heinrich Ries
J. Bruns
 
2015 Erich Int-Veen
 
2016 Karl Scholten
Johann Jansen
Ehrenmajor Felix Schorn
Karl-Heinz Kehl
Hubert Paßens
 
2017 Georg Wieler
Gerhard Ackermann
Friedel Lyon

Karl-Heinz Janßen
Jörg Grüntjes
Heinz Kerkmann
 
Wir werden allen Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.
 

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Vorsitzende / Brudermeister
1925 - 1927 Heinrich Wellmanns
1928 - (1943) Peter Toonen
(1943) - 1947 ----------------------
1947 - 1952 Theodor Wellmanns
1952 - 1958 Heinrich Poen
1958 - 1967 Johann Hebben
1967 - 1985 Franz Janßen
1985 - 2003 Paul Welles
2003 - 2012 Heinz Hebben
seit 2012 Mario Wehren
 

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Ehrenvorsitzende / Ehrenbrudermeister
1952 Theodor Wellmanns
1958 Heinrich Poen
1982 Willi Hornen
2003 Paul Welles

 

Ehrenmajore
1976 Karl Lyon
1994 Felix Schorn
2012 Paul Kerkmann
 

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Präsides

1948 - 1950

Pastor Alfons Bleß

1950 - 1958

Pastor Wilhelm Brück

1958 - 1969

Pastor Dr. Gerhard Josef Groot SVD

1969 - 1979

Pastor Dr. Georg Remmel SVD

1979 - 1981

Pastor Florian Hermann SVD

1981 - 1983

Pastor Heinrich Kleinen

1983 - 1987

Pastor Francis M. van den Broek

1987 - 1991

Pastor Hans-Georg Krüger

1992 - 1994

betreut durch den Bezirkspräses Victor Roeloffs

1995 - 2004

Pfarrer („vicarius cooperator“) Heinrich Geurtz

2005 - 2010

Pastor Theo Kröll

2010 -

Pastor Berthold Engels

 

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Ehrenpräsides

seit 2012

Pfarrer („vicarius cooperator“) Heinrich Geurtz (2014 verstorben)

 

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